Die Sicherstellung der medizinischen Versorgung im ländlichen Raum bleibt eine zentrale Zukunftsaufgabe. Auch wenn im Kreis Miltenberg aktuell noch keine flächendeckenden Engpässe bei Hausärztinnen und Hausärzten bestehen, steht in den kommenden Jahren ein Generationenwechsel bevor: Viele niedergelassene Hausärzte werden altersbedingt in den Ruhestand gehen. Umso wichtiger ist es, frühzeitig für Nachwuchs zu sorgen. Der Freistaat Bayern setzt deshalb mit einem neuen Stipendienprogramm gezielt auf Nachwuchsförderung.
„Wir wollen rechtzeitig handeln, damit die ärztliche Versorgung in unserer Region auch in Zukunft gesichert bleibt“, erklärt der CSU-Landtagsabgeordnete Martin Stock. Bayernweit stehen bis zu 100 Stipendien zur Verfügung, für das Wintersemester 2026/2027 sind noch 77 Plätze frei. Gefördert werden Medizinstudienplätze an privaten Partneruniversitäten im europäischen Ausland, unter anderem in Salzburg und im kroatischen Split. Der Freistaat übernimmt dabei bis zu 10.000 Euro pro Semester an Studiengebühren.Ein Vorteil des Programms: An einigen dieser Universitäten gibt es keinen Numerus Clausus. Zudem werden internationale Erfahrungen ermöglicht. „Ein Studium im Ausland stärkt nicht nur die fachliche Ausbildung, sondern auch persönliche und interkulturelle Kompetenzen – davon profitieren später auch die Patientinnen und Patienten bei uns vor Ort“, so Stock. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Kinder- und Jugendpsychiatrie: Neun der Stipendienplätze sind speziell für diesen Bereich reserviert.
Die Förderung ist an klare Bedingungen geknüpft. Mindestens die Hälfte des Studiums findet an bayerischen Kliniken statt. Nach Abschluss verpflichten sich die Absolventinnen und Absolventen, ihre Facharztweiterbildung in Bayern zu absolvieren und anschließend mindestens fünf Jahre – bevorzugt im ländlichen Raum – tätig zu sein. „Das Programm verbindet internationale Perspektiven mit regionaler Verantwortung“, betont der Abgeordnete. „Es ist eine kluge Investition in die Zukunft der medizinischen Versorgung.“